© Gerry Huberty

Zehn allgemeine Kriterien und Forderungen als Vorgabe für die Bearbeitung in der 2. Phase des Wettbewerbs „Wunnquartier Stade“: 

 

  • Alle Wohnungen bleiben im Besitz der Stadt. Boden wird nicht verkauft, nur in Erbpacht (bail emphytéotique) vergeben. Der Akzent liegt hauptsächlich auf Mietwohnungen. 

  • Es wird ein präziser Prozentsatz für Wohnungen festgelegt, nicht unter 80%. Die übrigen Flächen stehen quartiersbezogenen Dienstleistungen, Kleingewerbe, Nahversorgung, Start-Ups, Geschäften und Gastronomie zur Verfügung. Große Büros mit einem Bedarf an vielen Quadratmetern auf mehreren Ebenen sind auszuschließen. 

  • Das Quartier bleibt frei von Durchgangsverkehr. Parkraum entsteht am Rande des Viertels in einer Quartiers Sammelgarage. Haus- oder blockbezogene Tiefgaragenstellplätze sind auszuschließen.Der Stellplatzschlüssel liegt unter 0,5 Fahrzeuge pro Wohneinheit. 

  • Statt des geplanten Erhalts der Tennisanlagen (65 Ar) werden für Alle zugängliche Grünflächen, Spielplätze und Sport Infrastrukturen im neuen Quartier entstehen. 

  • Es wird eine fahrradtaugliche Anbindung an den Rollingergrund geben. Auch das Val Fleuri wird durch das Wäldchen nach unten treppenfrei neu erschlossen.

  • Als Radweg Richtung Place de l'Étoile wird der Boulevard Napoleon und die rue du Charly genutzt. Auch in Richtung CHL soll es weiter durch die rue Michel Engels und darüber hinaus gehen. 

  • Ein zentraler Platz wird eine großzügige Verbindung zu Belair herstellen. Dies kann angesichts einer Straße mit 20.000 Fahrzeugen am Tag (Ist-Zustand) gesichert nur mit einer Untertunnelung eines Teils der Route d’Arlon in diesem Bereich funktionieren. Die Öffnung der Rue Aloyse Kayser könnte dabei eine hilfreiche Rolle spielen. 

  • Aufgrund der akuten Wohnungsnot wird auf dem ganzen Baugelände für mindestens 2000 Einwohner Lebensraum geschaffen werden. 

  • Ein lebendiges Quartier funktioniert nur, wenn es Möglichkeiten zur Bildung vielfältiger Nachbarschaften herstellt. Das wäre das Gegenteil von künstlicher Animation, wie es nun vergleichsweise am Kirchberg nachträglich versucht wird. 

  • Wir fordern weiterhin klare Kriterien zu: bezahlbarem Wohnraum, klimatologischer Nachhaltigkeit und Klimaneutralität. Seit den 70er Jahren existieren Grundlagen zum ökologischen Städtebau, die über die Jahre bis heute weiterentwickelt und verfeinert wurden. Diese sind hier anzuwenden. Es könnte so ein richtungsweisendes Vorzeigeprojekt in Luxemburg entstehen.